2014/09/04

Luxusgüter als Student?


Studenten* sind ja bekanntermaßen immer knapp bei Kasse. Wenn am Anfang des Monats nicht aufs Konto aufgepasst wurde, gibt es die restlichen Wochen eben nur noch Spaghetti mit Tomatenmark (eine, wie ich finde, gar nicht so schlechte Kombi - aber das ist eine andere Geschichte). Wie sich aber trotzdem nach und nach ein paar Luxusgüter hier und da in meinen Schrank geschlichen haben, möchte ich euch mal erzählen, da ich dazu eine Mail bekommen habe (schreibt mir ruhig, ich freue mich immer über jede Mail wie ein Schneekönig).

Zuerst einmal möchte ich betonen, dass mein monatliches Budget weit unter dem BaFöG-Höchstsatz liegt (670€ wären traumhaft!). Da ich aber ein sehr günstiges Minizimmer in einer WG bewohne und wir alle sehr energiesparend leben, habe ich nur wirklich niedrige Wohnkosten. Das ist schon einmal ein Plus, denn bei Wohnkosten kann man ja locker ein halbes Vermögen verschwenden. Stichwort: Prioritäten setzen! Im ersten Studienjahr habe ich noch in einem Einzelapartment gewohnt und pro Monat etwa 120€ mehr gezahlt. Im Jahr sind das mit 1200€ ja umgerechnet schon 10 Acne Canada Schals. Zehn! Nur durch wohnen. 

Es gibt viele Dinge, an denen man sparen kann. Beispielsweise die überteurten Wasserflaschen in der Mensa durch mitgebrachtes Leitungswasser ersetzen. Wobei ich zugeben muss, dass ich mich letztes Semester sehr oft von den gekühlten Cherry Cokes verführen ließ. Shame on me. Aber rein theoretisch ist es möglich! Durch meine "100Dinge für ein Jahr"-Challenge habe ich in den ersten 8 Monaten des Jahres wirklich nur 3 Teile gekauft. Dass ich im August dann eingebrochen bin und wieso und warum erkläre ich noch in einem gesonderten Post. Aber auch vorher habe ich schon lieber auf große Sachen gespart, anstatt mich monatlich bei Zara und Co. einzudecken. Ein weiterer Vorteil ist, dass ich nicht an Dingen hänge. Wenn ich merke, dass ich etwas nicht mehr trage und es ungenutzt auf meiner Kleiderstange hängt, kommt es weg. Kleiderkreisel ist immer meine Anlaufstelle Nr.1, wenn ich Geld brauche. Vielleicht werde ich eines Tages mal die perfekte Garderobe haben und nichts mehr zum verkaufen haben. Aber bis dahin lohnt es sich auf jeden Fall, für mich unperfekte Dinge loszuwerden und die großen Wünsche im Auge zu behalten.

Meine bisherigen Luxusprodukte, auf die ich gespart und sie mir dann als Belohnung gegönnt habe, sind die die A.P.C Halfmoon Bag, Acne Laurie Bag, der Canada Schal in schwarz und grau, sowie der Raya Cardigan. Alles Stücke, die mich immer noch glücklich machen, wenn ich sie ansehe. Schwarz und Grau sind ja sowieso meine Lieblingsfarben und bei den hochwertigen Materialien werde ich vermutlich auch noch in einem Jahrzehnt Freude an ihnen haben. Das Design ist so schnörkellos, dass es eigentlich unmöglich ist, dass es irgendwann als "so last season" angesehen wird. Und mit diesem Argument kriegt man mich immer. Mein Freund lacht immer, wenn ich ihm von einem Stück erzähle, was soooo teuer aber gleichzeitig auch so "zeitlooooos" ist. Aber das ist mir einfach wichtig. Was bringen mir teure Sachen, die ich in einem Jahr nicht mehr leiden mag? Nur ein Loch im Konto.

Was sind eure "Luxussünden", die ihr euch trotz knappem Budget einfach mal erlaubt habt?

*Ja, ich weiß, eigentlich sagt man als political correcte Person "Studierende". Das klingt aber doof.

9 Foxes:

Emma hat gesagt…

Hey :-) Super Post! Mich würde interessieren was du studierst und was du für Erfahrungen mit dem studieren gemacht hast. :-) Liebe Grüße Emma

maya hat gesagt…

Schöne Grafiken! ♥

Lisi hat gesagt…

Meine Luxusgüter im Alltag sind gutes Essen und Bahntickets (ich verreise am liebsten im ICE). Hätte ich mehr Geld zur Verfügung, würde ich außerdem öfter ins Kino gehen :)

The Wisdom of the Fox hat gesagt…

@Emma: Ich studiere BWL und schreibe gerade meine Bachelorarbeit (bin also bald fertig). Das Studium hat mich persönlich auf jeden Fall weiter gebracht, Göttingen ist ja auch eine lauschige Stadt mit vielen tollen Leuten. Fachlich weiß ich nicht unbedingt, ob ich den Stoff, den ich lernen muss, jemals wieder brauchen werde. Das wird sich aber im Master hoffentlich nochmal ändern. ;)

@maya Vielen Dank :)

@Lisi Auf gutes Essen verzichte ich auch nicht. Das ist mir wichtig, ich will schließlich 100 Jahre alt werden. Ebenso kann ich mich nicht dazu durchringen, meinen Maxdome-Account zu kündigen. Dafür liebe ich Filme und Serien zu sehr. Mit meinem Studententicket kann ich viele Züge umsonst nehmen, das ist schonmal eine riesige Erleichterung. Vor allem kann ich damit kostenlos nach Hause fahren, was sich für mich lohnt. Für größere Strecken bin ich im Team Fernbus ;)

Nanne Kick hat gesagt…

Ich habe ebenfalls als Studentin an der Miete gespart. Im Wohnheim, in das ich im ersten Semester eingezogen war, weil es am einfachsten gewesen ist, bin ich wegen der netten Leute hängen geblieben. Mit meiner damaligen Mitbewohnerin und Freundin feiere ich bald 10-jähriges. Ich konnte mir dadurch unzählige Latte Macchiatto oder andere Essenssachen leisten, die sonst nicht möglich gewesen wären.
Ich würde das immer wieder so machen. Auch heute wohne ich minimalistisch und schätze qualitativ gute Möbel sehr. Dafür eben nicht so viele.
Lg Nanne

Lisi hat gesagt…

@Lea stimmt, Fernbusse sind auch super :) Aber wenn ich ein günstiges Ticket erwische, fahre ich doch immernoch lieber Bahn. Zum Glück bin ich kein Serienjunkie, aber ich werd mir jetzt endlich einen Bibliotheksausweis machen lassen, da gibts auch immer super Filme & Bücher ja sowieso..

Schirin D hat gesagt…

irgendwie freue ich mich sehr aufs studieren, aber hab auch angst dass ich keine günstige wohnung usw finde oder viel zu weit weg studieren muss. ich bin erst 16 und sollte mich vielleicht erstmal aufs abi konzentrieren, keine ahnung warum ich da jetzt schon drüber nachdenke, aber ich mach mir immer über alles gedanken :D toller post, ich mag deine art zu schreiben:)

LG, Schirin:)
http://www.schirinsblog.blogspot.de

YrMngldHrt hat gesagt…

Total interessanter Post!
Ich wünschte, es wär so einfach, an der Miete zu sparen. Ich wohne nun seit fast 2 Jahren in Köln, bin hier für den Master hergezogen. Ich musste meine Prioritäten bei der Wohnungssuche von "Ein günstiges Zimmer finden" ziemlich bald auf "Überhaupt irgendein Zimmer finden" verlagern. Die Wohnungssuche war eine Katastrophe und nachdem ich 6 Wochen bei Freunden übernachten und pendeln musste, war ich einfach nur froh, überhaupt endlich ein Dach über dem Kopf zu haben. Ich hab zwar wesentlich mehr Geld im Monat zur Verfügung als du, aber davon geht mehr als ein Drittel für die Miete drauf.
Ich komme gut mit meinem Geld aus, aber ich bin echt ne Niete im Sparen. Ich geh gern essen, auf Konzerte oder Partys, hol mir da mal schnell was auf die Hand, geh einmal in der Woche mit den Kollegen in der Mittagspause essen... da fließt einem das Geld irgendwie aus der Hand.
Ich lege auch keinen allzu großen Wert auf Luxusmode, aber seit ich neben dem Studium arbeite, kaufe ich sehr viel bewusster und hochwertiger ein. Insbesondere bei COS und Weekday. Allerdings bin ich ein absoluter Sale-Shopper und kaufe hauptsächlich reduziert. Gerade bei COS kann man im Sale super Schnapper machen. Also: Hochwertiger kaufen ja, auf ein teures Teil konsequent sparen nein.

Owls Passion hat gesagt…

Wie wahr... es ist schwierig als Student auf einige Dinge zu verzichten, um sich dann etwas wirklich großes und wichtiges zu leisten - so ist es bei zumindest. Meine letzte Sünde war wohl ein Abo der Zeitschrift "art".

Liebste Grüße,
Sandra von owlspassion.blogspot.de

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